MIT SPRACHKRAFT UND SCHWUNG
Kammerchor der Universität
Karlsruhe mit Händels "Messias" in Kandel
In drei Konzerten führte
am Wochenende der Kammerchor der Universität Karlsruhe unter seinem
Leiter Nikolaus Indlekofer den "Messias" von Händel auf. Das erste
Konzert zusammen mit dem auf alten Instrumenten spielenden Ensemble "Les
Enchantantes" fand dabei am Freitag in der Kandeler Georgskirche statt.
Die in englischer Sprache
gesungene Aufführung, bei der nur wenige Unebenheiten nachteilig ins
Gewicht fielen, zeigte in schöner Weise, welchen Standard die Wiedergabe
barocker Musik auf breiter Basis heute erreicht hat.
Nikolaus Indlekofer wußte
mit seinem im Klang sehr weich und wandlungsfähig agierenden Chor
Händels Musik überaus schwungvoll und tänzerisch pointiert
zu musizieren. Er wählte konsequent sehr rasche Tempi .und sorgte
für einen akzentreichen Vortrag von bestechender Sprachkraft. In der
dynamischen Anlage und der Auszierung fanden die Musikern dabei teilweise
originelle Lösungen.
Als sehr versiert erwiesen
sich die Solisten, allen voran der Altus Joachim Diessner, der nicht nur
durch seinen immensen Stimmumfang und sein warmes Timbre, sondern auch
durch seine feine, ausdrucksvolle Art des Vortrags Überzeugte. Zart
in der Linienführung sang Susanne Wilsdorf die Sopran-Arien, während
Bernhard Scheffel dem Tenorpart eine klare Kontur vermittelte. Mit profundem
und beweglichem Baß sang Olaf Tetampel seine Arien. (rg)
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