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DER MESSIAS
Georg Friedrich Händel
Kandel
St. Georgskirche
Am Marktplatz
6.6.1997 20 Uhr
VVK: Buchhandlung Pausch
Karlsruhe
Lutherkirche
Gottesauer Platz
7.6.1997 20 Uhr
VVK: Schlaile, Stadtinformation, Oststadtbuchhandlung, Mende, Kellner & Moessner
Ettlingen
Liebfrauenkirche
Mörscherstraße
8.6.1997 18 Uhr
VVK: Pfarramt Liebfrauen, Buchhandlung Abraxas
KAMMERCHOR der UNIVERSITÄT KARLSRUHE
Barockensemble LES ENCHANTANTES
Sopran: Susanne WILSDORF, Altus: Thomas BREMSER
Tenor: Henning KAISER, Baß: Olaf TETAMPEL
[Altus: Joachim DIESSNER, Tenor: Bernhard SCHEFFEL]
Leitung: Nikolaus INDLEKOFER
Im Rahmen der Unischau in Zusammenarbeit mit dem studentischen
Kulturzentrum an der Universität Karlsruhe
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Georg Friedrich Händel und der Messias
Bereits zu Lebzeiten hatte
Georg Friedrich Händel (1685 - 1759) eine so hohe Popularität
erreicht, daß ihm sogar ein Denkmal errichtet wurde. Zahlreiche Huldigungshymnen
und die stets großzügige finanzielle wie ideelle Unterstützung
des englischen Königshauses sowie führender Adeliger ergänzen
das Bild der Händelverehrung im 18. Jahrhundert. Sie ist bis in unsere
Zeit ungebrochen geblieben, und sein Einfluß auf so bedeutende Komponisten
wie Mozart, Haydn, Beethoven, Gluck und Mendelssohn zeugen von der Größe
und Universalität seiner Musik.
Ausgestattet mit einer weit
über Durchschnitt liegenden musischen Begabung und einem nicht gerade
anpassungsfähigen, bisweilen an Dickköpfigkeit grenzenden Charakter,
verlief Händels Erfolgsweg naturgemäß recht hindernisreich.
Überhaupt hätte es nach dem Willen des Vaters gar nicht sein
sollen, daß sein Sohn die Musikerlaufbahn wählte: Jura sollte
er studieren. Doch dann kam alles anders: während eines Aufenthaltes
im nahe bei Halle (Händels Geburtsstadt) liegenden Weißenfels
wurde Händels Talent quasi "entdeckt" - von keinem geringeren als
dem dort ansässigen Fürsten, der ihn in der Kirche Orgel spielen
hörte. Eindringlich redete er Händels Vater in's Gewissen, daß
es "eine Sünde wider das gemeine Beste und die Nachkommen (wäre),
wenn man die Welt eines solchen anwachsenden Geistes gleich in der Jugend
beraubte". Diesem von so hoher Stelle erteilten Rat konnte sich der Vater
schwerlich widersetzen und so bekam sein Sohn in Halle seine erste musikalische
Ausbildung. Dennoch immatrikulierte er sich pro forma 1702 an der Universität
in Halle, im selben Jahr nahm er eine Organistenstelle an der Hallenser-Domkirche
an, die auf ein Jahr befristet war. In dieser Zeit freundete er sich mit
Georg Philip Telemann an, dem er zeitlebens freundschaftlich verbunden
blieb. Dieser führte ihn in die Welt der Oper ein, die ihn sogleich
faszinierte. Seine nächste Station war Hamburg, wo er Erfahrungen
auf dem Gebiet der Oper sammeln und seine in Halle begonnenen ersten Kompositionsversuche
fortsetzten konnte.
Ein wichtiger Abschnitt
für Händels musikalische Entwicklung war sein Italienaufenthalt
von 1706 - 1710. Der Stil bedeutender italienischer Komponisten wie D.
Scarlatti, Corelli u.a. hinterließ deutliche Spuren in seinen Kompositionen.
Insbesondere die Verfeinerung des Vokalstils sowie die Entdekkung verschiedener
Streicherklangfarben und deren Einsatz zur dramatischen Gestaltung prägten
diese Phase. Seine erste Oper "Agrippina" wurde sogleich ein glänzender
Erfolg. Bereits hier zeigt sich sein geniales Gespür für eine
spannungsreiche Dramaturgie, die Mozart einmal folgendermaßen beschrieb:
"Händel weiß am besten unter uns allen, was großen Effekt
tut; wo er das will, schlägt er ein wie ein Donnerwetter".
Der "Urlaub", den Händel
von seinem nächsten Arbeitgeber, dem Kurfürsten von Hannover,
für eine Reise nach England erbat, sollte sich auf Lebenszeit ausdehnen.
Hier beginnt seine eigentliche Karriere als Opern- und später als
Oratorienkomponist, hier schlug er Wurzeln (1727 wurde er englischer Staatsbürger).
Denn seitdem der bedeutendste englische Komponist, Henry Purcell, gestorben
war, lag Englands Musikszene brach. Daß ausgerechnet ein ausländischer
Komponist, und noch dazu mit der Etablierung der italienischen Oper, so
erfolgreich in diesem Land sein konnte, spricht einerseits für seine
musikalische Größe, andererseits aber auch für die Toleranz
und Offenheit des englischen Volkes. Unter Händel gelangte die italienische
Oper zu ihrer höchsten Blüte. Es war die Zeit der Kastraten und
gefeierten Sängerinnen, der Operngesellschaft am Haymarket Theatre,
für die Händel am laufenden Band neue Opern produzierte - aber
auch die Zeit der Intrigen, der Konkurrenz, der Launen von Sängern,
des Zwangs, das verwöhnte Publikum zufriedenzustellen. Doch die Engländer
wurden das "italienische Theater" langsam müde. Volkstümliche
Parodien in englischer Sprache auf die 'opera seria' wie die sog. "Beggars
Opera" zogen nunmehr weit mehr Publikum an als die ewig historischen, schweren
Stoffe der italienischen Oper. Doch Händel hielt unumstößlich
daran fest, während andere längst die Notwendigkeit einer nationalen
Oper erkannt hatten, wie wir aus der Feder von Aaron Hill erfahren: ...
(ich) kann es nicht unterlassen, Ihnen mitzuteilen, wie ernstlich ich wünschte,
daß Sie ( ... ) Ihr beispielloses Genie auf die Verfassung von Musik
auf der Grundlage guter englischer Dichtung verwenden würden; damit
der hervorragende Klang nicht weiterhin entehrt werde durch den dürftigen
Sinn, an den er gebunden ist. Es ist. meine Meinung "daß Sie beherzt
genug sind, uns aus den italienischen Fesseln zu lösen; ( ... )".
Händel rang lange mit dem Oratorium: die Vertonung des oft in sich
antithetischen Bibelwortes und der dialoglosen, meist wenig dramatischen
geistlichen Dichtung erforderte eine andere musikalische Behandlung, als
er es von den Opernlibretti her gewohnt war. Das Ergebnis dieser neuen
Auseinandersetzung war das klassische englische Oratorium, in dem englische
Chortradition, italienischer konzertierender Stil, französisches Pathos
und deutsche Kontrapunktik und Tiefe zu einer kongenialen Einheit zusammenflossen.
Unsere heutige Vorstellung
von einem Oratorium darf nicht mit jener zu Händels Lebzeiten verglichen
werden: Oratorien wurden fast nie in Kirchen aufgeführt, sondern im
Theater oder in Konzertsälen. Sie dienten in erster Linie der Unterhaltung
und es war gebräuchlich, sie durch Konzerte (z. B. Orgelkonzerte,
die Händel selbst spielte) oder andere Musikstücke aufzulockern.
"Der Messias" stellt in dieser Hinsicht eine Ausnahme dar: er wurde von
Anfang an als echtes geistliches Oratorium konzipiert und, im Gegensatz
zu den anderen Oratorien, auch einige wenige Male in einer Kirche aufgeführt.
Der Text stammt von dem englischen Dramatiker Charles Jennens, der alt-
und neutestamentarische Versatzstücke geschickt zu einer dramaturgisch
sinnvollen Handlung zusammenstellte. Von Christi Geburt, Wirken, Tod und
Auferstehung bis zur Himmelfahrt beinhaltet das Werk alle wichtigen kirchlichen
Festtage und kann nahezu über das ganze Jahr über aufgeführt
werden.
"Die Komposition ist meisterhaft
und kunstvoll, doch gleichzeitig ist die Harmonie so großartig und
offen, daß sie allen gefällt, die Ohren haben, ob gebildet oder
ungebildet", schreibt Bischof von Elphin anläßlich der Uraufführung
des "Messias" in Dublin 1742. In eben jener leichten Faßlichkeit
und dennoch tiefen musikalischen Durchdringung des
Textes, in seiner Schlichtheit
und Geradlinigkeit der musikalischen Ausdrucksformen ohne dabei platt und
eintönig zu werden, liegt Händels unangefochtene Meisterschaft
und die bis heute andauernde Verehrung und Begeisterung für dieses
Werk.
Trotz des wenig dramatische Angriffsfläche bietenden Textes
ist Händels Opernvergangenheit allgegenwärtig. Besonders in
den Accompagnato-Rezitativen und Arien nutzt er seine Erfahrung in
Textdeklamation und instrumentaler Lautmalerei. So ist die Arie Nr. 6
"But who may abide..." durchsetzt von den züngelnden Flammen des
läuternden Feuers durch rasende Violinsechzehntel; dramaturgisch
konsequent wird die Läuterung im folgenden Chorsatz durch eine
fugenartige alle Stimmen durchlaufende Kolotaturenkette fortgesetzt und somit die Prozeßhaftigkeit
der Reinigung (Nr.7.- "And he shall purify") versinnbildlicht. Im Rezitativ
Nr.9 scheint die die Erde bedeckende Dunkelheit nahezu greifbar durch ein
immer dichter werdendes, bedrohlich-monotones Streichergeflecht. Wie ein
Sonnenaufgang erstrahlt sodann die Ankunft des Herren in immer höher
steigender Gesangslinie. Ein kaum zu überbietendes Maß an Leichtigkeit
und pulsierender Beschwingtheit findet sich in dem Chor Nr. 18 "His yoke
is easy...". Der Beginn im Sopran erscheint wie ein Frohlocken, ja fast
ein 'Kichern' ob der Leichtigkeit, mit der Christus seine Last tragen wird.
Die Teilstücke aus diesem anfänglichen Thema ordnet Händel
so ineinander verflochten und doch offenliegend den einzelnen Stimmen zu,
daß der ganze Satz von einem einzigen großen Schwung durchgetragen
scheint.
Nach Verkündigung und
Geburt Christi widmet sich der zweite Teil Christi Leiden, Sterben und
Auferstehung. Eine zentrale Stellung nimmt die Arie Nr. 20 "He was despised"
ein: die Ungeheuerlichkeit des Sich-Auslieferns, des Ertragens von Schmerz
und Hohn setzt Händel musikalisch in ein ungeheuerliches Wort-Ton-Verhältnis
um, indem er den harten Worten von Verachtung und Hohn mit der sanften
Melodik von Christi Menschenfreundlichkeit und Duldsamkeit begegnet. Die
Erkenntnis des Volkes, daß Christus ALL sein Leiden auf sich genommen
hat, kommt im folgenden Chorsatz (Nr. 21) einem Aufschrei gleich, während
scharfe Punktierungen wie Peitschenhiebe Christi Schmerzen vergegenwärtigen.
Im Mittelteil des Satzes kommt es beinahe zu einem Stillstand, scharfe
Dissonanzen und kühne harmonische Wechsel bringen die lähmende
Ohnmacht des Volkes gegenüber Christi Schmerzen zum Ausdruck, bis
sich der Friede der Menschheit in einer wunderbaren Wandlung nach Dur ankündigt.
Von unglaublicher Empfindsamkeit und Bewegung sind das Rezitativ und die
Arie Nr.26 und 27, die als einzige die menschliche Seite in Christus beleuchten
- hier zeigt der Gottessohn menschliche Schwäche, Verzweiflung, Trauer.
Behutsam und schlicht führen der klagende Gesang des Tenors und die
äußerst sparsam eingesetzten Streicher einen Dialog - doch die
Frage ob es je solche Qualen gab, bleibt am Schluß unbeantwortet
im Raum stehen. Der 2.Teil endet mit dem großartigen Halleluja, das
die Auferstehung und Himmelfahrt Christi bejubelt.
Der 3.Teil gehört der
Verklärung, dem Ewigkeitsgedanken und der Unsterblichkeit. Der Verwandlungsprozeß
von Endlich- zu Unendlichkeit, von Verwesung zu Auferstehung wird eindrucksvoll
in der mit obligater Trompete und Pauke besetzten Arie Nr. 43 "The trumpet
shall sound" geschildert. Das Werk endet mit dem majestätischen Chor
"Worthy is the lamb" mit anschließendem Amen, in dem Händel
aus einem in sich ruhenden und dennoch alle "Höhen und Tiefen" - musikalisch
wie kosmisch betrachtet - durchdringenden Thema ein komplexes Gewebe entwickelt,
das sich in der Überhöhung durch Pauken und Trompeten bis zu
einem glanzvollen Schluß steigert.
Monja Sobottka
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| Susanne
Wilsdorf beendete 1991 das Studium der Musikwissenschaft
in Berlin. Nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt in der Schweiz
studierte sie Gesang an der 'Akademie für Alte Musik' in Bremen bei
Harry van der Kamp, später auch bei Ulla Groenewold in Hamburg. Ihr
Repertoire reicht vom Frühbarock bis zur Frühromantik. Neben
den großen Oratorien von Bach bis Mendelssohn gilt ihr Interesse
vor allem der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts in kleineren Besetzungen,
wie z.B. französischen Kantaten des 17. Jahrhunderts, englischer Lautenmusik
und dem deutschen Barocklied. Sie sang mit Ensembles wie den Lautten Companey
Berlin, Weserrenaissance, Berlin Baroque u.a. Susanne Wilsdorf lebt als
freischaffende Konzertsängerin in Berlin. Darüberhinaus arbeitet
sie als Musikwissenschaftlerin für verschiedene Rundfunkanstalten
und in freien Projekten. |
Joachim
Diessner begann seine musikalische Ausbildung mit Klavier-,
Orgel- und Gesangsunterricht. Nach dem Abitur studierte er zunächst
Theologie, parallel dazu nahm er Gesangsstunden bei Alastair Thompson.
Anschließendes Studium am königlichen Konservatorium in Den
Haag, später bei Prof. Phillip Langshaw in Köln. Teilnahme an
mehreren Meisterkursen bei Jessica Cash, zudem Unterrichtung durch Michael
Chance und Drew Minter. Als Mitglied mehrerer Ensembles Rundfunk- und CD-
Aufnahmen in Zusammenarbeit mit Jordi Savall, Hermann Max und Sigiswald
Kuijken.
Joachim Diessner pflegt
eine rege Konzerttätigkeit mit geistlicher Musik, vorwiegend Bach
und Hände1 aber auch vielen Werken der neuen Musik, teilweise für
ihn komponiert. Mit seinem Ensemble für Alte Musik CORYDON Köln
entstanden zahlreiche Rundfunkaufnahmen für den ORF sowie den Südwestfunk.,
auch ist er regelmäßig Gast bei Festivals wie dem Schreyahner
Herbst oder der STYRIARTE Graz. |
Der
in Heidenheim/Brenz geborene Tenor Bernhard Scheffel
studierte an der Musikhochschule Stuttgart bei Anna Maria Weinmann und
Sylvia Geszty sowie in Frankfurt bei Karl-Heinz Jarius.
Nach festen Engagements
beim Südfunkchor Stuttgart und am Landestheater Eisenach widmet er
sich nun freischaffend dem Oratorien- und Liedrepertoire. Seine ausgedehnte
Konzerttätigkeit führte ihn neben Deutschland u.a. nach Mailand,
Florenz, Bern, Zürich, Paris, Amsterdam, Stockholm, Warschau und Prag
sowie nach Israel und in die USA. Dabei arbeitete er u.a. mit Frieder Bemius,
Klaus Knall, Hermann Max und Helmut Rilling zusammen.
Seine DuopartnerInnen bei
Liederabenden waren u.a. Konrad Elser, Elisabeth Föll, Wolfgang Femow
und Karl Kammerlander.
Bernhard Scheffel wirkte
als Solist in vielen Rundfunk- und Plattenaufnahmen mit und besitzt neben
dem üblichen Repertoire große Erfahrung mit zeitgenössischer
und alter Musik.
Außerdem singt er
den ersten Tenor im Hafis-Quartett, das sich die professionelle Aufführung
von romantischer Männerchorliteratur zum Ziel gesetzt hat. |
Olaf Tetampel
wurde in Hagen (Westfalen) geboren. Nach dem Studium der Physik erhielt
er eine erste Gesangsausbildung bei Alastair Thompson (King's Singers).
Private Studien über alte Musik, historische Aufführungspraxis
und intensive Beschäftigung mit der Viola da gamba schlossen sich
an.
1992 begann er seine musikalischen
Studien an der Akademie für Alte Musik Bremen. Er studierte dort Viola
da gamba bei Sarah Cunningham und Gesang bei Harry van der Kamp. Er konzertiert
als Solist und als Mitglied mehrerer instrumentaler und vokaler Ensembles
im gesamten Bundesgebiet. |
Les Enchantants
Konzertmeisterin:
Sabine Kulmann, Violine I: Werner Saller, Boel Gidholm, Fiona Stevens,
Violine II: Chiara Coppo, Matthias Fooken, Evgenia Loga,
Viola: Ulf Grapenthin, Ernst Herzog,
Violoncello: Katie Rietman, Doris Runge, Contrabass: Dirk Lüking, Trompeten:
Peter Scherer, Patrick Dreyer,
Pauken: Julia Buchner, Oboen: Annette Spehr, Georg Corall,
Fagott:Elke Filthuth, Cembalo:
Klaus Westermann, Orgel: Jörg Jacobi
LES ENCHANTANTS
"Es mag sein, daß
französische Musik für die übrigen Europäer immer eine
Art von Fremdsprache blieb, deren Schönheit sich nur dem erschließen
konnte, der sich liebevoll und intensiv damit beschäftigt. ( ... )
Während italienische Musik uns sofort, auch in äußerst
mangelhafter Wiedergabe, anspricht, muß französische Musik erst
intensiv erarbeitet werden, bevor der Musiker und der Hörer bis zu
ihrem Kein, bis zu ihrer Aussage vordringen."
Nikolaus Harnoncourt, aus: Musik als Klangrede
Dieses Zitat Harnoncourts
beleuchtet in anschaulicher Weise eine Situation, die nach wie vor Bestand
hat. Aufführungen französischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts
in historisch gerechter Wiedergabe sind im heutigen Musikleben nur selten
anzutreffen.
Gerade die Verschiedenartigkeit
des französischen und italienischen Stils, der vor dreihundert Jahren
einen erbitterten Streit um, den 'besseren Geschmack' auslöste, erfordert
eine intensive Auseinandersetzung um die historisch gerechte Wiedergabe
beider Stile. Die französische Musik war vom Hofzeremoniell, der Theatersprache
entlehnten Formtypen und einer genau kodifizierten Verzierungskunst geprägt.
Les Enchantants haben sich
die Beschäftigung mit diesen Fragen zur Aufgabe gemacht und passen
sich mit jeweils unterschiedlich großer Besetzung den Forderungen
und Bedürfnissen des Repertoires an. Sie pflegen das gleichberechtigte
musikalische Miteinander von Sängern und Instrumentalisten, wie es
in der Barockzeit üblich war. Ursprünglich von Klaus Westermann
als Spezialensemble für französische Barockmusik gegründet,
befassen sich Les Enchantants inzwischen auch mit nichtfranzösischer
Musik wie z.B. der Marienvesper Claudio Monteverdis, dem Messias Georg
Friedrich Händels oder der Johannespassion Johann Sebastian Bachs. |
Kammerchor der Universität Karlsruhe
Sopran: Annette Kürten,
Bettina Mues, Constanze Renner, Dagmar Mutter, Dagmar Rempp, Edith Morgner,
Gabriele Schreitmüller, Ingrid König, Marianne Heinen, Ute Friderike
Schlee, Ute Ziegler, Alt: Constanze Fiedler, Daniela Bromberger,
Daniela Raff, Gudrun Vornberger, Helga Thorsdottir, Iris Deutscher, Miriam
Eichler, Monja Sobottka, Ruth Maucher, Ulrike Hartmer, Ute Kubesch, Tenor:
Arnold Steil, Daniel Tröndle, Fred Hertweck, Ingibjartur Jonsson,
Matthias Wilberg, Paul Legeland, Stefan König, Thomas Kiefer, Baß:
Alex Gröschel, Christoph Dobler, Johannes Kuder, Johannes Schrader,
Nathanael Grauvogel, Norbert Eisenhauer, Simon Elliot, Steffen Hartmann,
Sven Bieber, Valentin Illich
KAMMERCHOR DER UNIVERSITÄT KARLSRUHE
Leitung: Nikolaus Indlekofer
Der Kammerchor der Universität
Karlsruhe wurde im Jahr 1989 von seinem Leiter Nikolaus Indlekofer gegründet.
Die rund 30 Sängerinnen und Sänger, vornehmlich Studenten der
Universität Karlsruhe, erarbeiten zusammen Werke aus allen Stilepochen.
Daß das erste Konzert des Chores gleich einer Uraufführung gewidmet
war, zeigt, daß das besondere Interesse des Chores der Musik des
20. Jahrhunderts gilt.
Das Messe in h-Moll von
J.S.Bach gehört allerdings ebenso zum Repertoire des Chores wie Motetten
von Schütz und Schein, Madrigale von Monteverdi, Gesualdo und Lasso
sowie Chorwerke von Brahms, Reger, Hindemith, Britten, Poulenc und vielen
anderen.
Neben einer Konzertreise
in die Niederlande und einer Produktion beim Südwestfunk Baden-Baden
fanden die Konzerte des Chores in Karlsruhe und in der näheren Umgebung
von Karlsruhe statt.
Im April 1995 nahm der Chor
an dem Internationalen Chorwettbewerb in Budapest teil. Er belegte den
zweiten Platz in der Kategorie für gemischte Chöre und wurde
für die gute Leistung mit dem goldenen Diplom ausgezeichnet. |
| Chorfoto Messias:
Pressestimmen:
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